Gebr. Schockemöhle

Gebr. Schockemöhle

Gebr. Schockemöhle

Sicher haben die Vorfahren des alten bäuerlichen Vollerbenhofes Schockemöhle nicht davon geträumt, daß Nachfahren ihres Geschlechts einmal aus der Enge der Bauernschaft heraustreten und den Namen Schockemöhle in aller Welt bekanntmachen würden. Wenn Alwin und Paul Schockemöhle sich dem Reitsport zuwandten, so kam das nicht von ungefähr, denn schon ihr Vater Aloys war ein Pferdenarr und selber begeisterter Reiter.

Alwin Schockemöhles steiler Aufstieg und seine Etablierung in der Spitze der deutschen Springreiter begann eigentlich in München im Jahre 1955, als er mit "Marsalla" Thiedemann mit seinem berühmten "Meteor" in einem Mächtigkeitsspringen erst nach dem 5. Stechen unterlegen war. Seit diesem Tag kannte man den damals 18jährigen in ganz Deutschland. Die Karriere führte steil nach oben. BEreits 1960 in Rom wurde er mit seinem zuverlässigen "Ferdl" Mannschafts-Olympiasieger an der Seite von Thiedemann und Winkler. Eng verbunden mit dem Namen Alwin Schockemöhle sind Pferde mit berühmten Namen. Immer wieder gelang es ihm, neue "Kracher" herauszubringen: "Ferdl", "Pesgö", "Freiherr", "Winzer", "Bacchus", Athlet", "Wimpel", Exakt", "Donald Rex", "Rex the Robber" und "Warwick". Pech für Alwin Schockemöhle, daß bei den olympischen Spielen in Mexiko 1968 das Reglement von Tokio 1964 nicht mehr galt, als Alwin im Mannschaftsspringen bester Einzelspringer war und dennoch nur Bronze in der Mannschaft errang. 1976 erfüllte sich der Traum von einer Goldmedaille in der Einzelwertung bei der Olympiade in Montreal, wo er in souveräner Manier gewann. Weniger Glück hatte er zunächst bei den Europameisterschaften. Zwischen 1961 und 1973 erreichte er drei 2., zwei 3. einen 4. und einen 6. Platz, bis ihm 1975 in München der große Sprung mit "Warwick" gelang. Deutsche Meistertitel errang Alwin viermal. 27mal stand er bei Nationalpreisen auf dem Siegerpodest bei insgesamt 50 Starts. 65mal setzte er sich bei großen Preisen auf bedeutenden Turnieren durch. Als er nach seinem Olympiasieg 1976 wegen eines Rückenleidens seine Karriere beenden mußte, hatte er alles erreicht, was man als Sportler erreichen konnte.

Alwin Schockemöhle stieg danach vom Springssport auf Traber um. Die großen Erfolge ließen auch hier nicht lange auf sich warten. Mit "Diamond Way" und "Every Way" stellte Alwin in den Jahren 1985 und 1986 die erfolgreichsten Traber Deutschlands, die auch international große Erfolge erzielten.

Sein Bruder Paul fand erst verhältnismäßig spät zum Reitsport. Erst nach dem Abitur im Jahre 1965 und kurzem Studium sah er seine Zukunft u.a. auf dem Rücken der Pferde. Er hat sich seine Erfolge hart erarbeitet. Nicht immer hatte er es leicht mit den Reiterfunktionären. Doch hat er sich nicht beirren lassen, ist immer seinen eigenen Weg gegangen und hat sich durchgebissen, bis er schließlich ganz oben war.

Von 1979 beherrschte er mit seinem Klasse-Pferd "Deister" lange Jahre die Konkurrenz. Mit diesem Pferd gelangen ihm einmalige Erfolge. 1980, 1982, 1983, 1986 wurde er mit "Deister" Deutscher Meister, nachdem ihm dies bereits 1974 mit "Talisman" gelang. Die wohl größten Erfolge erzielte der mit "Deister" bei den Europameisterschaften. Nachdem er 1979 mit diesem Pferd im Einzelspringen bereits die Silbermedaille gewann, wurde er anschließend in den Jahren 1981, 1983 und 1985 hintereinander 3mal Europameister. Damit ist er der einzige Springreiter in Europa, dem dieser Erfolg zuteil wurde. Aber auch im Mannschaftsspringen bei den Europameisterschaften hatte er mit "Deister" große Erfolge, 1981 wurde er Europameister im Mannschaftsspringen. Bei den olympischen holte er 1976 Silber und 1984 Bronze in der Mannschaftswertung. Auch gewann er viele Nationenpreise.

Die Gebr. Alwin und Paul Schockemöhle haben dafür gesorgt, daß der Heimatort Mühlen immer eng mit ihren Namen verbunden blieb, und somit wurde der Ort durch die Erfolge der beiden in der ganzen Welt bekannt.

Ein Porträt von Paul Schockemöhlen finden Sie auf den Seiten von Gestüt Lewitz

Ein Porträt von Alwin Schockemöhle finden Sie auch auf den Seiten von wikipedia