St. Bonaventura

St. Bonaventura

An die franziskanische Tradition in Südoldenburg, die 1812 mit der Aufhebung des Franziskanerklosters in Vechta abbrach, wurde zu Beginn des20.Jahrhunderts angeknüpft, als sich die Leitung der Sächischen Provinz vom Heiligen Kreuz bemühte, in dieser Region eine Niederlassung zu gründen. Als günstiger Standort wurde in Absprache mit dem Offizial Bernhard Grobemyer in Vechta Mühlen gewählt. In den Jahren 1908-09 bauten die Franziskaner hier in der Nähe des Bahnhofs ein Kloster mit einer Kirche, die 1910 dem hl. Bonaventura geweiht wurde. Von dieser Zeit an fand regelmäßiger sonn- und feiertäglicher Gottesdienst statt. Seit 1923 zielten die Bestrebungen der Bauerschaftsmitglieder auf größere Unabhängigkeit von der Mutterpfarre Steinfeld. Mit der 1926 erfolgten Errichtung der Kapellengemeinde Mühlen und Ondrup und angrenzenden Teilen der Bauerschaften Düpe und Harpendorf zusammensetzende Kapellenbezirk wurden dem Franziskanerkloster zur Ausübung der Seelsorge überwiesen. Voraussetzung für diese Lösung war, daß die in Mühlen und Ondrup wohnenden Inhaber des Steinfelder Pfarrerwahlrechts (1187 verliehen) auf dieses Recht zugunsten des Bischofs von Münster verzichteten. Die Erhebung der Kapellengemeinde zur selbstständigen Pfarre wurde schließlich zum 1. April 1967 verfügt.

1943 fanden einige Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes Aufnahme im Mühlener Pfarrheim. Ihr Kloster in Münster-Wilkinghege war 1841 von der Gestapo beschlagnahmt worden und die Schwestern betätigten sich in der ambulanten Krankenpflege und erteilten Religionsunterricht in Mühlen und Steinfeld. Auch nach dem Ende der Verbannung blieben einige Schwestern in Mühlen. Ihre 1949 offiziell errichtete Niederlassung (st. Elisabeth Heim) wurde bereits 1952 aufgehoben.

Im Franziskanerkloster siedelte sich eine Schwesterngemeinschaft der Mauritzer Franziskanerinen an. Die beiden ersten Schwestern übernahmen 1966 den Haushalt und Pforten- und Küsterdienst.1972 kam eine dritte Schwester hinzu, um den Kindergarten in Mühlen zu leiten (bis 1978). Die Niederlassung wurde 1991 aufgelöst.



Pfarr- und Klosterkirche St. Bonaventura
erbaut 1908/09 von Bruder Quintilian Borren OFM, neuromanische Basilika aus Backstein mit Querhaus, 350 Sitzplätze

Konsekration
am 20. Oktober 1910 durch Weihbischof Everhard Illigens.

Orgel
gebaut 1912 von Speith (Rietberg), 22 Register

Glocken
3 Glocken a` gegossen 1949 von Junker (Brilon) aus Kupfer Silizium c` gegossen 1909 von Otto (Hemelingen) aus Bronze, und d` gegossen 1949 von Junker (Brilon) aus Kupfer Silizium.